Genderpolitik

Dokumentation "Gute Arbeit - gendergerecht"

Genderpolitik

Dokumentation "Gute Arbeit - gendergerecht"

Kooperationsveranstaltung von FES, Forum Politik und Gesellschaft sowie von den Bereichen Genderpolitik und gute Arbeit bei ver.di

In der Arbeitswelt finden umfassende Veränderungen statt – mit gravierenden Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen in allen Branchen.

Chancen und Risiken für die beschäftigten Frauen und Männer nahm die Fachtagung "Gute Arbeit - gendergerecht gestalten: Potentiale zur Humanisierung der Arbeit" unter die Lupe, die am 11. Dezember in Berlin stattfand.

Die Veränderungen und daraus resultierenden Herausforderungen bieten sowohl Chancen als auch Risiken für die beschäftigten Frauen und Männer. Auf dieser Fachtagung wurden die Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven analysiert.

Zentral wurde die Fragen diskutiert, welche Anforderungen an gute Arbeit für Frauen und Männer formuliert werden müssen, um Ansätze für die gendergerechte Gestaltung guter Arbeit im aktuellen Veränderungsprozess zu finden, welche Gender-Ansätze in den aktuellen Veränderungsprozessen bereits existieren und an welchen Stellen noch Lücken bestehen.

Die ausgewählten Themenschwerpunkten lieferten Interessenvertretungen und Interessierten der Zivilgesellschaft einen Überblick. Dazu wurden gemeinsame Diskussionen gestartet und neue Impulse gesetzt für die tägliche praktische Arbeit in Betrieben und Verwaltungen sowie für die gesellschaftlich notwendige Diskussion.

  • Begrüßung durch ver.di und die FES

    Begrüßung Danny Prusseit / www.dnn-art.de Begrüßung  – Stefanie Nutzenberger, ver.di Bundesvorstand; Lothar Schröder, ver.di Bundesvorstand; Stefanie Elias, Friedrich-Ebert-Stiftung

    Die Vertretungen der ausrichtenden Organisationen ver.di und Friedrich-Ebert-Stiftung begrüßten die Teilnehmenden der Fachtagung "Gute Arbeit - gendergerecht gestalten: Potentiale zur Humanisierung der Arbeit".

  • Impuls-Beiträge, Runde 1

    Michael Gümbel, Sujet Organisationsberatung Danny Prusseit / www.dnn-art.de Michael Gümbel, Sujet Organisationsberatung

    Organisationsberater Michael Gümbel wies in seinem Beitrag "Gefährdungen beseitigen - Arbeit geschlechtersensibel gestalten" auf die verschiedenen Ebenen und Dimenstionen von Geschlecht hin und verdeutlichte die Wichtigkeit einer genderspezifischen Betrachtungsweise von Arbeitsschutzmaßnahmen.

    Die symbolische Dimension von Geschlecht (Rollenbilder, Stereotype) sei vollkommen unterbewertet bei der politischen Gleichstellungsdimension - besonders in der betrieblichen Praxis des Arbeitsschutzes.

    Es brauche daher erhebliche Qualifizierung der Akteur_innen, damit so eine geschlechter(-rollen-)reflektierende Arbeitsweise etabliert werden kann. Ansätze dafür seien aber bislang nicht in Sicht.

    Die Präsentation des Vortrags steht hier als PDF zum Download bereit:

    Marianne Weg Danny Prusseit / www.dnn-art.de Marianne Weg

    Marianne Weg beleuchtete die "Rolle der betrieblichen Akteur_innen, Gleichstellungs- oder Diversity-Beauftragten" bei der Analyse und Umsetzung von Maßnahmen, die zu gendergerechter guter Arbeit führen.

    Geschlechtersensible Arbeitsgestaltung und Gesundheitsschutz sei eine Gemeinschaftsaufgabe der verschiedenen Akteur_innen. Notwendig ist demnach, Chancen und Möglichkeiten zu erkennen, aber auch Grenzen zu setzen und die Hauptverantwortung anderer Akteur_innen sehen und deren Handeln einfordern.

    Die Rollen der Akteur_innen mit der Aufgabe "Geschlechtergerechtigkeit" sei dabei zu konkretisieren - ausschlaggebend wäre aber die Gestaltung von Strukturen und Prozessen und das Commitment der Organisation.

    Die Präsentation des Beitrags steht hier als PDF zum Download bereit:

    Prof. Dr. Fritz Böhle und Dr. Margit Weihrich, Universität Augsburg Danny Prusseit / www.dnn-art.de Prof. Dr. Fritz Böhle und Dr. Margit Weihrich, Universität Augsburg

    "Wie verändert sich Interaktionsarbeit durch Digitalisierung?", fragten Prof. Dr. Fritz Böhle und Dr. Margit Weihrich von der Forschungseinheit für Sozioökonomie der Arbeit und Berufswelt und formulierten Ansätze für eine gute und gendergerechte Arbeitsgestaltung.

    Sie fordern die Anerkennung von Emotions- und Gefühlsarbeit sowie von subjektivierendem Arbeitshandeln als Interaktionsarbeit, die in die Leistungsbemessung aufgenommen werden müsse.

    Die Arbeitsgestaltung bei der Interaktionsarbeit solle zudem situatives und informelles Handeln ermöglichen, die herkömmlichen Gestaltungsgrundsätze für "gute Arbeit" aus der Industriearbeit reichten hierfür nicht mehr aus.

    Gleichzeitig müsse anerkannt werden, dass Interaktionsarbeit für die Beschäftigten eine Zerreißprobe zwischen der Logik der Formalisierung und den Bedürfnissen der Kund_innen darstellt.

    Die Präsentation des Beitrags steht hier als PDF zum Download bereit:

  • Impuls-Beiträge, Runde 2

    Dr. Kira Marrs, ISF München Danny Prusseit / www.dnn-art.de Dr. Kira Marrs, ISF München

    In ihrem Beitrag "Frauen in der digitalen Arbeitswelt von morgen" sprach Dr. Kira Marrs vom Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung e.V. München (ISF) über Risiken der digitalen Arbeitswelt und die Entwicklungschancen von Frauen.

    Die Präsentation des Beitrags steht hier als PDF zum Download bereit:

    Ricarda Scholz, DGB-Projekt "Was verdient die Frau" Danny Prusseit / www.dnn-art.de Ricarda Scholz, DGB-Projekt "Was verdient die Frau"

    "Verdienst du, was du verdienst?" fragte Ricarda Scholz in ihrem Beitrag vor dem Hintergrund der Forderung von immer mehr jungen Frauen nach Entgeltgleichheit und Chancengerechtigkeit.

    Die Forderung junger Frauen nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit könne unter kohärenten Rahmenbedingungen von Seiten der Politik erreicht werden, die die Lebensverlaufsperspektive berücksichtigen und die eigenständige Existenzsicherung aller Geschlechter fördern.

    Die Präsentation des Beitrags steht hier als PDF zum Download bereit:

    Stefan Reuyß, SowiTra Danny Prusseit / www.dnn-art.de Stefan Reuyß, SowiTra

    Stefan Reuyß von SowiTra stellte in seinem Beitrag dar, wie "Partnerschaftliche Vereinbarkeit als Erfolgsmodell auch für Interessenvertretungen" gelingen kann und welche betrieblichen und überbetrieblichen Gelingensbedingungen dafür notwendig sind.

    Um Arbeitszeiten gendergerecht zu gestalten braucht es demnach

    • ein smartes Vertretungsmanagement in den Betrieben und Dienststellen,
    • kompetente Beratungen durch die betrieblichen Interessenvertretungen,
    • „gute Arbeit“ und „gutes Entgelt“ auch für Frauen sowie
    • weitere gesellschaftspolitische Anreize für egalitäre Arbeitszeit-Konstellationen von Paaren im Lebensverlauf.

    Die Präsentation des Beitrags steht hier als PDF zum Download bereit: