Genderpolitik

Junge Frauen und Digitalisierung

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Junge Frauen und Digitalisierung

Studienergebnis: in Anwendung versiert, in Programmierung noch Luft nach oben
Schülerinnen gemeinsam am Tablet beim Bau eines Miniroboters DGLimages, Shutterstock.com Leider ein bisher seltenes Bild: Schülerinnen gemeinsam am Tablet beim Bau eines Miniroboters

Der heute veröffentlichte D21-Digital-Index 2016 sowie die Studie „Schule Digital“ der Initiative D21 e.V. zeigen, dass Frauen von einigen Bereichen der Digitalisierung abgehängt sind. Der D21-Digital-Index 2016 macht deutlich, dass Frauen im Vergleich über alle Dimensionen schlechter abschneiden. (Quelle: Pressemitteilung des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleicheit vom 15.11.2016)

Bekannt ist, dass besonders die ältere Generation von Frauen den Anschluss an die Digitalisierung noch nicht geschafft hat. Doch die Analysen des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleicheit e.V. mit dem Fokus auf die neue, heranwachsende Generation der unter 20-Jährigen bergen ein überraschendes Ergebnis:

„Mädchen sind zwar aktive Anwenderinnen, bleiben aber der technischen Seite der Digitalisierung vergleichsweise fern. Das erschwert eine aktive Mitgestaltung der Digitalisierung“, erklärt Prof. Barbara Schwarze, Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

"Der digitale Graben zwischen den Geschlechtern schließt sich nicht automatisch durch die jüngere Generation."

Prof. Barbara Schwarze, Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.

In den Bereichen „Digitale Offenheit“ und „Digitale Kompetenz“ geraten Mädchen und junge Frauen bis 20 Jahre ins Hintertreffen. Im Bereich „Digitale Offenheit“ sind junge Frauen zum Beispiel weniger an den neuesten digitalen Trends interessiert und sehen auch eine geringere Notwendigkeit, dass die Vermittlung von Programmiersprachen und digitale Medien Bestandteile der Schulausbildung sein sollten. Es fehlt offensichtlich an einem schulischen Transfer der Bedeutung dieser Kompetenzen als Investition in ihre berufliche Zukunft.

Bei der digitalen Kompetenz haben im Bereich der gängigen Anwendungen beide Geschlechter gleich hohe Kompetenzen, allerdings fallen die jungen Frauen mit ihren Kenntnissen in den Bereichen Webanwendungen, Programmiersprachen und Einrichtung von Netzwerken hinter die der jungen Männer zurück.

Um Mädchen mehr digitale Kompetenz und Offenheit zu vermitteln, müsse bereits in der Schule mit Qualifizierungen begonnen werden: „Fachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten in den IT-Grundlagen sowie Genderkompetenz sind neben der Bereitstellung technischer Ausstattung unabdingbare Voraussetzungen für eine chancengerechte Mitgestaltung der digitalen Zukunft“, so Schwarze.

Dazu sind Programme wie der vom Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. koordinierte bundesweite Girls’Day – Mädchen-Zukunftstag sowie der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen – „Komm, mach MINT.“ wichtige Bausteine für die gezielte Förderung von Mädchen zu digitalen Themen.

Diese Pressemitteilung und weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Website des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleicheit e.V.