Chancengleichheit

Equal Pay Day: Wir fordern RECHT auf Mehr!

Chancengleichheit

Equal Pay Day: Wir fordern RECHT auf Mehr!

Frauen in Deutschland verdienen 21 Prozent weniger als Männer

Frauen in Deutschland verdienten 2015 durchschnittlich 21 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Das entspricht immerhin einem Prozentpunkt weniger als in den Vorjahren, was nicht zuletzt an der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns liegen dürfte.

Zum Equal Pay Day fordern wir RECHT auf Mehr! Illustration: DGB Frauen Zum Equal Pay Day fordern wir RECHT auf Mehr!

"Damit wird das Gender Pay Gap zwar geringer, aber auch diese Lücke ist zu groß", so Ute Brutzki aus der Genderpolitik bei ver.di. "Wir fordern nicht nur am 18. März, dem Equal Pay Day ‚Gleichen Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit!"

Gewerkschaften fordern die Arbeitgeber auf, sich an bestehende Tarifverträge bzw. den gesetzlichen Mindestlohn als Lohnuntergrenze zu halten: „Das hilft insbesondere Frauen, weil sie häufig zu Dumpinglöhnen arbeiten müssen.“

Darüber hinaus müssten Minijobs reformiert werden, so Brutzki, "am besten mit sozialer Absicherung vom ersten Euro an. Auch so elementare Rechte wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub dürfen Minijobberinnen nicht länger vorenthalten werden.“

Die riesige Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland ist ein Skandal. Ihr Ausmaß übersteigt fast alle anderen EU-Staaten!

Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende

Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack setzt sich auf Bundesebene dafür ein, die Lohnlücke zu schließen: „Hierzulande reagieren die politisch Verantwortlichen nur zögerlich, wenn überhaupt. Die Einführung des Mindestlohns war ein wichtiger Schritt, aber das kann nicht alles sein!

Die Bundesregierung muss endlich das Lohngerechtigkeitsgesetz von Frauenministerin Schwesig auf den Weg bringen. Es würde Frauen wirksam vor Entgeltdiskriminierung schützen.

Wir unterstützen auch Arbeitsministerin Nahles in ihrem Anliegen, einen Rechtsanspruch auf befristete Teilzeitarbeit zu schaffen. Das würde vielen Frauen helfen, nach einer familienbedingt reduzierten Arbeitszeit ihr Stundenvolumen wieder aufstocken zu können.“ 

Hintergrundinformationen

Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus arbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt ihrer männlichen Kollegen zu kommen – in diesem Jahr ist das der 18. März.

Noch immer besteht eine geschlechtsspezifische Entgeltlücke von durchschnittlich 21 Prozent, die in verschiedenen Branchen und im ländlichen Raum noch weit größer ist.