Genderpolitik

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Genderpolitik

Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt

Ein aktueller Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.
Politischer Frauentreff am 16.11.16 ver.di 4.0 Digitalisierung Arbeiten

Die fortschreitende Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt verändern. Um die Folgen der Digitalisierung für einzelne Berufe zu bestimmen, wurde das sogenannte Substituierbarkeitspotenzial – der Anteil der Tätigkeiten, der bereits heute durch Computer oder computergesteuerte Maschinen erledigt werden könnte – berechnet. (Quelle: Vorwort zum aktuellen Bericht 24/2016 des IAB, Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt – Substituierbarkeitspotenziale nach Geschlecht, Dengler und Matthes)

Da Frauen häufig in anderen Berufen arbeiten als Männer, finden sich teils erhebliche Differenzen zwischen Männern und Frauen bezüglich des Substituierbarkeitspotenzials. Männer haben dabei im Durchschnitt ein höheres Substituierbarkeitspotenzial als Frauen. Dies gilt über alle Anforderungsniveaus hinweg.

Insbesondere in den Helferberufen liegt das Substituierbarkeitspotenzial für Männer mit 54 Prozent deutlich über dem für Frauen mit 37 Prozent. Bei den Männern sinkt das Substituierbarkeitspotenzial mit steigendem Anforderungsniveau. Für Frauen hingegen ist das Substituierbarkeitspotenzial in Helferberufen niedriger als in Fachkraftberufen und sinkt erst danach in etwa dem gleichen Ausmaß wie bei Männern.

Das nach Berufssegmenten differenzierte Substituierbarkeitspotenzial für Frauen und Männer variiert sehr stark. Die größten Differenzen treten für das Berufssegment Unternehmensführung und -organisation auf. Hier weisen Frauen ein höheres Substituierbarkeitspotenzial als Männer auf.

Etwa 21 Prozent der Männer und nur rund acht Prozent der Frauen sind sozialversicherungspflichtig beschäftigt in einem Beruf mit einem hohen Substituierbarkeitspotenzial (mehr als 70 Prozent der Tätigkeiten sind bereits heute durch Computer oder computergesteuerte Maschinen ersetzbar). Gleichzeitig arbeiten etwa 36 Prozent der Männer und etwa 46 Prozent der Frauen in einem Beruf mit einem niedrigen Substituierbarkeitspotenzial von höchstens 30 Prozent.

Den vollständigen aktuellen Bericht 24/2016 von Katharina Dengler und Dr. Britta Matthes zu "Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt – Substituierbarkeitspotenziale nach Geschlecht" findet ihr auf der Webseite des IAB zum Download als PDF.