Genderpolitik

Digitaler Wandel? Bitte gendergerecht!

Genderpolitik

Digitaler Wandel? Bitte gendergerecht!

Innovations- und Zukunftsfähigkeit hängen vom sozialen Miteinander ab.
Digitalisierung? Bitte gendergerecht! A StockStudio, Shutterstock.com Digitalisierung? Aber bitte geschlechtergerecht!

Längst ist bekannt: Unternehmen, die Vielfalt und Teilhabe fördern, profitieren. Hier ist auch die Frage der Geschlechtergerechtigkeit von großer Bedeutung und kann ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein. (Quelle: Pressemitteilung des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleicheit vom 27.02.2017)

Viele Firmen wissen, dass ihre Innovations- und Zukunftsfähigkeit vom sozialen Miteinander abhängt. In der IT gewinnt diese Tatsache eine wesentliche Bedeutung. Moderne Softwareentwicklungsmethoden setzen auf „Agilität“, d. h. eigenverantwortliches Arbeiten in kleinen Teams, mit häufigen Rückkopplungsprozessen und kurzen Planungs- und Entwicklungsphasen.

Das ist für Unternehmen gut, aber auch riskant. Professorin Nicola Marsden legt seit Jahren ihren wissenschaftlichen Fokus auf Geschlechterforschung im IT-Bereich. Sie weiß: „Voller guter Absicht können manchmal Frauen Rollen erhalten, die ihre Möglichkeiten einschränken“. Solche Rollenzuschreibungen passieren meist ohne Absicht. „Niemand will bewusst Ausschlüsse produzieren. Aber gerade in der IT ist oft schwierig zu erkennen, warum Geschlecht überhaupt eine Rolle spielt.“, unterstreicht Marsden.

Kulturwandel
Wie lässt sich dieser Zustand langfristig ändern? Wo können Unternehmen ansetzen und welche konkreten Maßnahmen können sie ergreifen? Wie kann in Zeiten abnehmender Stabilität bei gleichzeitig zunehmender Unsicherheit, Komplexität und Vielschichtigkeit, die Akzeptanz von Vielfalt als elementarer Faktor erreicht werden?

Diese Fragestellungen greift das im Januar 2017 gestartete, Verbundprojekt GeWInN – ‚Gender. Wissen. Informatik. Netzwerk zum Forschungstransfer des interdisziplinären Wissens zu Gender und Informatik‘ auf. Es fördert den Austausch zwischen Unternehmen und Wissenschaft.

Weibliche Young Professionals sollen auf ihrem Weg zu Spitzenpositionen in der Informatik gestärkt werden. Dafür entwickeln die Projektpartner/innen Ansätze, wie Unternehmen anwendungsbezogenes Geschlechterwissen in Organisations- und Prozessabläufe integrieren können. Durch die Stärkung von weiblichen Fach- und Führungskräften soll sich langfristig das stereotype Bild einer Männerdomäne entzerren und somit neue Vorbilder geschaffen werden.

Wissenschaft und Unternehmen erarbeiten gemeinsame Lösungen
In wissenschaftlicher Kooperation setzt die Hochschule Heilbronn zusammen mit der Universität Siegen und dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e. V. ein Maßnahmenkonstrukt in mehreren Formaten um. Mit dem innovativen Ansatz des Reallabors werden Wissenschaftler/innen und Unternehmensvertreter/innen gemeinsam in sechs Unternehmen machbare Lösungen für praktische Problemstellungen entwickeln und dabei gleichzeitig praktische Erkenntnisse in die Wissenschaft einfließen lassen.

Öffentlich zugängliche Fachtage und eine wissenschaftliche Konferenz sowie eine begleitende Online­Plattform bieten zusätzliche Foren des fachlichen Austausches und der Vernetzung. Die Projektergebnisse werden in Handlungsempfehlungen für den Einsatz in Unternehmen sowie in wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.

Termine

  • 21. November 2017: Fachtag in Berlin
  • 14.-15. Mai 2018: Wissenschaftliche Konferenz in Heilbronn
  • 16. Mai 2018: Fachtag in Heilbronn
  • 28. September 2018: Fachtag in München
  • 25. April 2019: Fachtag in Hamburg
  • 20. September: 2019 Fachtag in Köln

Das Projekt GeWInN – ‚Gender. Wissen. Informatik. Netzwerk zum Forschungstransfer des interdisziplinären Wissens zu Gender und Informatik‘ ist ein Verbundprojekt der Hochschule Heilbronn, der Universität Siegen und des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit.

Diese Pressemitteilung mit weiteren Infos findet ihr auf der Website des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleicheit e.V.