Genderpolitik

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Digitalisierung

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Wie die Digitalisierung mehr Frauen den Weg in die Politik eröffnet. Ein Text von Laura-Kristine Krause.
Eine Frau und mehrere Männer klatschen Beifall. Photographee.eu, fotolia.com Wir fordern 50 Prozent Frauen in Parlamenten und Regierungen!

Politische Parteien strahlen auch im Jahr 2018 zu wenig Anziehungskraft auf Frauen aus, die einen Ort für politisches Engagement suchen: Keine im deutschen Bundestag vertretene Partei hat einen Frauenanteil über 40 Prozent. Die SPD verzeichnet derzeit 32 Prozent weibliche Mitglieder.

Auch das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (EIGE) konstatiert, dass die meisten politischen Parteien in der EU von Männern geführt werden und männlich geprägte Führungsstile und Parteikulturen den Aufstieg von Frauen in europäischen Parteien nach wie vor verhindern.

Die zu geringe Repräsentation von Frauen in Parteien – und in der Folge auch ihr Fehlen in Parlamenten und Regierungen – wird bereits seit Jahrzehnten thematisiert. Heute muss dieser Befund jedoch auch im breiteren Kontext der fundamentalen Krise etablierter und insbesondere sozialdemokratischer Parteien in ganz Europa gesehen werden.

Aufgrund der Vertrauenskrise in traditionelle politische Institutionen gründen sich zahlreiche Parteien und politische Bewegungen neu. Einige dieser Neugründungen sind programmatisch motiviert, in großen Teilen stören sie sich aber auch kulturell und strukturell an den als verkrustet empfundenen Traditionsparteien.

Das Beispiel Frankreich zeigt, dass Parteien, die ihre Erneuerung verpassen, in kürzester Zeit rapide an Bedeutung verlieren können. Traditionsparteien sei also geraten, sich mutig von innen heraus zu erneuern und danach zu streben, ein glaubwürdiger und moderner Ort für politisches Engagement zu werden. Auch und besonders für Frauen.

Folgerichtig führt beispielsweise die SPD seit dem enttäuschenden Wahlergebnis bei der Bundestagswahl 2017 eine intensive Debatte um ihre Erneuerung. Die SPD soll „jünger, weiblicher und digitaler“ werden, eine Forderung, die insbesondere von der neuen Basiskampagne SPD++ („SPD Plus Plus“) erhoben wird.

Laura-Kristine Krause ist Mitinitiatorin von SPD++. Sie ist Co-Vorsitzende von D64 – Zentrum für Digitalen Fortschritt und Fellow der Transatlantic Digital Debates 2017. Sie studierte Politik- und Staatswissenschaften in Passau, Berlin und Seattle und publiziert zu Digitalpolitik, Parteireform und Frauen in der Politik.

Laura-Kristine Krauses vollständigen Beitrag zum Thema findet ihr auf der IPG-Website: