Diversity

Jung oder alt - schwedisch oder türkisch

Fachdialog Gender

Jung oder alt - schwedisch oder türkisch

Zur Vielfalt von Alter und ethnisch-kulturellem Hintergrund als Herausforderungen in Betrieben und Verwaltungen

Seit geraumer Zeit steht das Thema Diversity im Mittelpunkt des ver.di Fachdialog Gender. Auf dem 12. Fachdialog am 24. April 2013 wurden die Möglichkeiten von Diversity vom Management- zum Mitarbeiter_innen-Konzept beleuchtet, das Spannungsfeld von Diversity Management zwischen Business-Case und Verteilungsgerechtigkeit diskutiert und gefragt, wie Interessensvertretungen mit der Vielfalt zwischen Normalität, Ausgrenzung und Akzeptanz umgehen können.

Dabei wurden immer alle Diversitäts-Dimensionen berücksichtigt, die im Allgemeinen Gleichstellungsgesetz (AGG) und von der Europäischen Kommission festgelegt sind: Geschlecht, Alter, Ethnisch-kultureller Hintergrund, Religion/Weltanschauung, Behinderung und Sexuelle Identität. Auch die Soziale Situation wurde mit aufgenommen, weil diese zum einen eine wesentliche Rolle spielt und zum anderen gefordert wird, diese in den Diversitäts-Kanon mit aufzunehmen.

Alter und Ethnisch-kultureller Hintergrund standen diesmal im Fokus – mit einer der Veranstaltungsreihe entsprechenden Genderdifferenzierung.

Ausgehend von der Beobachtung, dass diese beiden Diversitäts-Kategorien sowohl gesellschaftspolitisch wie betrieblich aktuell umfangreich diskutiert werden und somit von besonderer Relevanz sind, wurden folgende Fragenkomplexe thematisiert:

Was heißt denn Alter? Wann ist Alter ein Problem? Und welches Alter ist ein Problem? Welche gesellschaftlichen und betrieblichen Norm-Vorstellungen führen zu Diskriminierungen bestimmter Altersgruppen von Frauen und Männern

  • James ist okay, aber Ali nicht? Svetlana fällt nicht auf, aber Bian schon? Warum werden verschiedene ethnisch-kulturelle Hintergründe von Frauen und Männern unterschiedlich bewertet?
  • Wird jung und vietnamesisch sein diskriminiert? Ist der schwedische Rentner als Berater willkommen? Wie verschränken sich unterschiedliche ethnisch-kulturelle Hintergründe mit bestimmten Altersgruppen von Frauen und Männern – und gelten dann entweder als Problem oder als begrüßenswerte Vielfalt?

Diese Aspekte wurden von Prof. Dr. Gottfried Richenhagen von der FOM Hochschule Essen für die Kategorie Alter und Koray Yilmaz-Günay von der Rosa Luxemburg Stiftung für die Kategorie ethnisch-kultureller Hintergrund in ihren Vorträgen nicht nur dargelegt, sondern auch aufgezeigt, welche Veränderungen der Sicht- und Handlungsweise dazu führen könnten, die Vielfalt von Frauen und Männern als Potential zu erkennen und umzusetzen-

In den anschließenden Arbeitsgruppen wurden anhand von Thesen der Referenten die Interessen und Anliegen der Teilnehmenden diskutiert. Abschließend wurden die jeweiligen Ergebnisse zusammen geführt und gemeinsam Transfermöglichkeiten in Betriebe und Verwaltungen konkretisiert.