Diversity

Vom Management- zum Beschäftigten-Konzept

Fachdialog Gender

Vom Management- zum Beschäftigten-Konzept

Prof. Dr. Getraude Krell und Andreas Merx sitzen nebeneinander Inken Müller Referierende  – Prof. Dr. Gertraude Krell und Andreas Merx

41,6 Mio. Frauen und 40 Mio. Männer in allen Altersjahrgängen, 20 Prozent Menschen nicht-deutscher Herkunft, 9 Mio. Personen mit körperlicher Beeinträchtigung sowie eine Vielfalt von sexuellen Orientierungen und unterschiedlichen Glaubensrichtungen - Deutschland ist vielfältig.

Die Heterogenität Deutschlands spiegelt sich auch in den Belegschaften der Unternehmen und Betriebe wider, die sich nicht nur in ihrem Geschlecht, sondern auch im Alter, im Glauben, im kulturellen Hintergrund und in vielen anderen Dimensionen unterscheiden. Viele Unternehmen haben diese Vielfalt als Potential für die Ansprache ihrer Zielgruppen erkannt. Studien belegen, dass durch Vielfalt im Team die Kreativität, Effizienz und Produktivität steigt. Unter dem Stichwort Diversity ist daraus eine Management-Strategie der Unternehmens- oder Organisationsführungen entstanden, die auf Gewinnmaximierung abzielt.

Aus gewerkschaftlicher Sicht gilt es, Diversity Management-Konzepte nach ihrer Wirkung auf Beschäftigte zu hinterfragen. Zwei wesentliche Fragen, die in bisherigen Diskussionen um Diversity meist unberücksichtigt bleiben, sind dabei:

  • Unbestreitbar bietet das Konzept Vorteile für das Unternehmen oder die Organisation, aber welchen Nutzen haben die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer?
  • Trotz zahlreicher Aktivitäten bleiben Führungspositionen und Gremien wie Betriebs- und Personalräte häufig erstaunlich hartnäckig homogen – gilt Diversität als Potential und Ziel lediglich für Andere, während man in den Leitungen und Gremien doch lieber unter sich bleibt? Wie kann dort mehr Heterogenität erreicht werden? 

Beide Fragen berühren Aspekte der Selbst- und Fremddefinition von Normalität und Abweichung, von Wahrnehmung und Ignoranz, von Standpunkten und Perspektivenwechseln sowie von Problemerkennung und Lösungsmöglichkeiten.

Zur Diskussion und Beantwortung dieser Sachverhalte und Fragen wurden in diesem Fachdialog Prof. Dr. Gertraude Krell die Konstruktion von Vielfalt sowie Andreas Merx die organisationalen Veränderungspotentiale thematisiert. Im Fokus stand dabei, die bisher unbeachteten blinden Flecken sichtbar zu machen und Diversity als Potential für alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufzuzeigen. Die Vorträge dieser beiden Fachleute finden Sie auf der rechten Seite zum Download als PDF.

Ziel der Veranstaltung war es, den TeilnehmerInnen Impulse für die eigene Arbeit zu geben, gerade unter der Prämisse, dass sich GenderexpertInnen sowie Interessenvertretungen immer häufiger mit dem Thema Diversity konfrontiert sehen.