Chancengleichheit

Zu wenig Frauen in Führungspositionen

Chancengleichheit

Zu wenig Frauen in Führungspositionen

Gleichberechtigung ist ohne Quoten nicht zu erreichen.
Die Frauenquote zeigt Wirkung! Robert Kneschke, Shutterstock.com Ein Rezept gegen die AfD: die Frauenquote!

Immer noch rangiert Deutschland beim Anteil von Frauen in Führungspositionen im europäischen Vergleich ganz weit hinten. Der Autor Daniel Haufler beschreibt in der "DGB-Gegenblende", welche Folgen das für Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hat.  (Textauszüge von Daniel Haufler für die DGB-Gegenblende vom 11. Januar 2018)

Es nicht nur peinlich, wie wenig Frauen in Führungspositionen tätig sind, es schadet auch der Wirtschaft, der Politik und dem Land. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt zudem: Nur die Quote hilft. Die nächste Regierung sollte in diesem Sinne handeln. So können Union und SPD schließlich auch Wählerinnen gewinnen.

Für eine Frau in Deutschland ist es leichter, Oberbefehlshaberin aller Soldaten oder gar Bundeskanzlerin zu werden als Vorstandsvorsitzende eines großen börsennotierten Unternehmens. Darüber hat schon die New York Times vor einiger Zeit gestaunt, um es freundlich zu formulieren...

Nach wie vor vergeben Konzerne ihre Führungspositionen lieber an Männer und kümmern sich keinen Deut um all die Argumente für eine Gleichstellung von Frauen. In Europa nimmt die Bundesrepublik einen der hintersten Plätze ein, wenn es um den Anteil von Frauen in Führungspositionen geht: Hier sind es lediglich 22 Prozent, in Lettland hingegen 53 Prozent.

Laut Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, kommt noch hinzu: Frauen in Führungspositionen verdienen im Schnitt 23,4 Prozent weniger als Männer.

Das Fazit ist einfach und eindeutig: So hartnäckig Union und FDP es auch leugnen – Gleichberechtigung ist ohne Regelungen wie Quoten (und selbstverständlich eine moderne Familienpolitik) nicht zu erreichen.

Recht erfolgreich ist zum Beispiel die 30-Prozent-Quote für Aufsichtsräte, die seit Januar 2016 Gesetz ist. Immerhin sitzen mittlerweile 477 Frauen in Aufsichtsräten, was einem Anteil von 27,5 Prozent entspricht. Es war anderslautenden Behauptungen widersprechend also gar nicht so schwer, kompetente und führungsstarke Frauen zu finden.

Für die neue Bundesregierung unter Führung von Angela Merkel, die ja gern als stärkste Frau der Welt bezeichnet wird, ist daher der Auftrag klar: Mehr Politik für Gleichberechtigung! (siehe dazu den offenen Brief vom 10. Januar 2017 der Berliner Erklärung an die Bundeskanzlerin)

Den kompletten Beitrag von Daniel Hauf zu Frauen in Führungspositionen findet ihr in der DGB-Gegenblende vom 11.11.2018.