Arbeits- und Gesundheitsschutz

Aktive Pause

Aktive Pause

Bildschirm mit einer schlafenden Steinpute als Bild Heike Werner, Sylvia Skrabs Bildschirmpause

Aktive Pausen

Zielstellung: Den Teilnehmenden wird vermittelt, welche Rolle Pausen im Arbeitsalltag spielen, wie sie gesundheitsförderlich gestaltet werden und wie vielfältig Pausengestaltung sein kann.

Wann-Wie-Warum

Die Teilnehmenden lernen, welche vielfältigen Möglichkeiten es über die gesetzliche Pausenregelung hinaus im Arbeitsalltag geben könnte. Sie erfahren, dass gerade Pausengestaltung einen nicht zu unterschätzenden Wert bei der Reduzierung von Belastungen hat. Sie wissen, dass Pausen im Zusammenhang mit Leistungsanforderungen eine Maßnahme der Entlastung sind und der Organismus Pausen zum Auftanken, zur Konzentration benötigt.

Varianten:
Die Pausenstation kann bei kleineren Gruppen in einem großen Plenumsraum aufgebaut werden (4 Ecken) oder aber in 2 bzw. 4 Räumen. Bietet sich der Kantinenbereich räumlich und durch kurze Entfernung an, kann auch dieser einbezogen werden.

Methoden: 4 Bereiche des Erlebens

  1. kleine Sportelemente – zur aktiven Betätigung
  2. Liege zum Ruhen bzw. Relaxstühle (abgeschirmt von anderen Bereichen)
  3. angedeuteter Bildschirm (siehe Bild von einem Bildschirmarbeitsplatz) – Gestaltung der Bildschirmpause
  4. „Bistro“ für Kommunikation und Mahlzeiten

Material: Gibt es keine 4 Räume sondern nur einen großen Plenumsraum, müssen entsprechende Ecken geschaffen werden bzw. nur eine Auswahl von Pausenvarianten genutzt werden

Für die Ausgestaltung der 4 Räume werden benötigt:

  • 1-2 Liegen oder Relaxsessel, eine Eieruhr mit Klingel wäre hilfreich, um die 10 Minuten erlebbar zu machen (zur Simulation des Kurzzeitschlafes bzw. zum Ruhen).
  • In einer zweiten Ecke oder anderem Raum wird eine Pinnwand aufgestellt, auf der in der Mitte ein Bildschirm dargestellt wird (Foto siehe Anlage auf A3 hochziehen). Um dieses Bild herum werden Bilder A4 Format mit kleinen Ausgleichsübungen angepinnt. Diese dienen zum Mitmachen. (Siehe Anlage –Auswahl); eine Bildschirmverordnung mit den Hintergrundinformationen liegt bereit.
  • In der dritten Ecke des Raumes bzw. in einem separaten Raum befindet sich ein freier Platz, an dem mit kleinen Sportgeräten Ausgleichsübungen durchgeführt werden können (kleine Sportgeräte im Vorfeld besorgen, z.B. kleine Bälle; Gymnastikband). Manche Krankenkassen bieten Poster mit Übungen an, die könnten aufgehängt werden z.B. die TKK zu den Themen „Muskeln entspannen“ oder „Fit und Aktiv“
  • In einer vierten Ecke/anderer Raum befinden sich Sitzmöglichkeiten (je nach Teilnehmendenzahl) mit Tischen. Getränke, Knabbereien bzw. Obst etc. stehen zur Verfügung. Auf den Tischen können ver.di Infomaterial (z. Thema Pause), allgemeine Zeitschriften etc. bereit gelegt werden.

Wichtig: Das TN- Material muss auf die konkrete Situation zugeschrieben werden.

Die Anleitungen können nur als Beispiele gelten.

Darum geht's  

Pausen haben einen schlechten Ruf. Wer leistungsfähig ist, arbeitet auch mal durch, macht Überstunden und malocht am Wochenende. Der hohe Nutzen von Pausen wird verkannt. Betriebe mit einer guten Pausenkultur sind im Vorteil, weil ihre Mitarbeiter gesünder, motivierter und leistungsfähiger.

Arbeit bewusst unterbrechen

Unser Körper ist auf den Wechsel von An- und Entspannung programmiert. Phasen hoher körperlicher und geistiger Beanspruchung müssen regelmäßigen Zeiträumen folgen, in denen eine Regeneration oder zumindest ein Belastungswechsel möglich ist.

In den letzten Jahren hat sich immer mehr die Erkenntnis durchgesetzt, dass häufigere Kurzpausen einen beträchtlichen Erholungseffekt haben. Kurzpausen von fünf bis acht Minuten pro Stunde helfen, die Leistungsfähigkeit über den Arbeitstag hinweg besser zu erhalten.

Gesetzlich vorgeschriebenen Erholungspausen dürfen dadurch nicht ersetzt werden. Sie können vielmehr um tarifliche Regelungen zu Kurzpausen ergänzt werden.

Wichtig ist zudem, dass eine Pause nicht am Schreibtisch mit privaten E-Mails oder Erledigungen in größter Eile verbracht wird. Sinnvoller ist es, sich vom Arbeitsplatz zu entfernen, eventuell kurz an die frische Luft zu gehen, sich zu bewegen, Ausgleichsübungen zu machen oder abzuschalten und auf Gedankenreise zu gehen. Wo möglich kann ein kurzer Schlaf, auch Power-Nap genannt, für Erholung sorgen.

Er gilt unter Arbeitsmedizinern inzwischen als eine der effektivsten Möglichkeiten, die Arbeitskraft zu erneuern.

Quelle: BGW

Bildschirmpause

Nach der Bildschirmarbeitsverordnung hat der Arbeitgeber die Tätigkeit so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen unterbrochen wird. Dies zielt darauf ab, die Belastungen durch Bildschirmarbeit zu verringern.

Bei den belastungsreduzierenden Maßnahmen rangieren Pausenregelungen hinter Mischarbeit, also der Unterbrechung der Arbeit durch andere Tätigkeiten. Bei stark vorbestimmten Arbeiten, wie z. B. Daten- und Texterfassung oder im Call Center, sollte die Bildschirmarbeit auf vier Stunden pro Tag begrenzt werden.

Kurzpausen

In der Bildschirmarbeitsverordnung sind Kurzpausen gemeint, also bezahlte Arbeitsunterbrechungen. Es geht nicht um die im Arbeitszeitrecht geforderten Ruhepausen.

Leistungsfähigkeit

Intensives Arbeiten, wie es gewöhnlich von Bildschirmarbeitenden verlangt wird, macht müde und damit erholungsbedürftig. Körperliche Symptome sind u. a. eine flacher werdende Atmung und ein beschleunigter Puls. Die Konzentration nimmt ab und die Fehlerhäufigkeit zu. Die Leistungskurve bewegt sich nach unten.

Kurzpausen sichern effektives Arbeiten, weil sie vorzeitiger Ermüdung entgegen wirken.

Pausen "lohnen" sich

  • Pausen beseitigen Erschöpfungssymptome, die durch die Arbeit verursacht wurden.
  • Sie sorgen dafür, dass die Beschäftigten nicht ermüden.
  • Sie sind keine unproduktiven Arbeitsunterbrechungen, sondern sichern und steigern sogar die Leistungsfähigkeit.
  • Sie entlasten die Augen und fördern die Bewegung.

Deshalb wäre es gut, wenn es verbindliche Regelungen hierzu im Tarifvertrag gibt.

Jetzt lebe Pause

Gönne deinen Augen etwas Gutes, schalte ab von der Bildschirmarbeit. Entlasse deine Muskeln aus der  monotonen verkrampften Haltung. Wie, dass siehst du an der kleinen Auswahl von Übungen.

Übungen zur Aktivpause  

  • Nimm die beiden Bälle je einen in die rechte und linke Hand, hebe die Arme in die Waagerechte und versuche gleichzeitig die Bälle zusammen zu drücken. Das machst du 8-10 Mal. (Nicht fallen lassen!!) 
  • Dann nimmst du die Bälle und rollst sie auf beiden Oberschenkeln 10 mal hinauf und hinunter- so fest es geht, damit die Durchblutung angeregt wird.
  • Als Nächstes rollst du den rechten Ball mit der rechten Hand 5-6 mal den linken Arm hinauf und hinunter, wechseln zur anderen Seite.
  • Leg einen Ball auf den Kopf und versuche zu verhindern. dass er runterfällt- wird dein Nacken gerader?!
  • Als Letztes legst du einen Ball auf den Boden und versuchst gaaanz langsam, dich hinunter zu beugen, dabei rollst du das Rückgrat Wirbel für Wirbel nach vorn und versuchst, die Knie durchgedrückt zu lassen. Soweit es geht, hältst du ein paar Sekunden die Spannung.
  • Es darf nicht weh tun- sei nett zu dir!! Wieder langsam zurück in die Ausgangsposition, ein tiefer Schnaufer.
Zeichnung eines Kopfes mit davorgehaltenen Händen Quelle Computer Fachwissen 5/95 Palmieren

3 Übungen zur Bildschirmpause (Quelle ergo-online)  

Immer wieder vom Bildschirm wegschauen und gezielt in die Ferne sehen, 

so dass die Augen sich auf unendlich einstellen. D.h. ein Ziel in mindestens sechs Meter Entfernung anvisieren und mit dem Blick entlang der beobachteten Konturen wandern. Dies ca. 1 Minute lang, immer wieder eingestreut in den Arbeitsablauf. Das kann für eine deutliche Entlastung der Augen sorgen.

Das Palminieren: Völlige Entspannung für die Augen

Die Augen mit den Händen bedecken, ohne auf die Augäpfel zu drücken. Dabei können die Augen geschlossen sein. Die Dunkelheit und die Wärme tut den Augen gut. Nach zwei bis drei Minuten entferne die Hände ganz langsam - so, dass in keinem Moment des Wiedererblickens vom Tageslicht eine Blendung empfunden wird.

Entspannung durch Gähnen

Dazu lasse den Unterkiefer locker (!) fallen und atme ganz tief durch den Mund ein. Durch das Gähnen wird u.a die Gesichtsmuskulatur um die Augen an- und wieder entspannt und die meist ein wenig austretende Tränenflüssigkeit lässt sich durch Lidschläge leicht über die Augen verteilen und sorgt so für die nötige Feuchte.