Arbeits- und Gesundheitsschutz

Gender im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Arbeits- und Gesundheitsschutz

Gender im Arbeits- und Gesundheitsschutz

Die Rahmenbedingungen für Gute Arbeit im Betrieb für Frauen und Männer zu sichern und zu verbessern ist eine der wesentlichen Funktionen der Gewerkschaften im Interesse der Mitglieder. Mit den Instrumenten des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und der Betrieblichen Gesundheitsförderung stehen dabei vielfältige Ansätze zur Verfügung, die sich für die gewerkschaftliche Arbeit verstärkt nutzen lassen. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Arbeits- und Lebenswelten von Frauen und Männern und die unterschiedlichen Belastungen und Ressourcen, die mit den Geschlechterrollen verbunden sind, in den jeweiligen Aktivitäten zu berücksichtigen, um alle möglichen Zielgruppen sinnvoll und gerecht zu erreichen.

In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit der Tarifpolitischen Grundsatzabteilungen werden unterschiedliche Themen aufgegriffen, bearbeitet und publiziert. Dazu werden Übungen entwickelt, die im Rahmen von Betriebs-, Personalversammlungen, Workshops oder Seminaren die Themen an Beschäftigte bzw. Teilnehmende vermittelt werden. Mehr dazu auf den Serviceseiten.

Ilustration sujet Zusammenhänge von Gesundheit und Geschlecht

3 Dimensionen von Geschlecht in Arbeit & Gesundheit

  • Unterschiedliche Arbeitswelten

  • Unterschiedliche Lebenswelten

  • Unterschiedliche Geschlechterrollen/-erwartungen

    · Unterschiedliche Wahrnehmung von Belastungen

    · Unterschiedlicher Umgang damit

Illustration sujet Anforderungen an die Geschlechterrollen

Bisherige Erkenntnisse zu Geschlecht und psychischen Belastungen

  • Frauen berichten häufiger über gesundheitliche Beschwerden im Zusammenhang mit arbeitsbedingtem Stress. Woher kommt das?
  • Merkmale von Arbeit, die auf erhöhte psychische Belastungen hinweisen, treten an Arbeitsplätzen von Frauen verstärkt auf.

Emotionale Anforderungen

  • „Große Verantwortung“ bei Frauen: 36,9%

  • „Große Verantwortung“ bei Männern: 61,5%

  • Dadurch belastet: Frauen: 92,4% - Männer: 87,6%

  • Verantwortung für andere bei Frauen: 41,3%

  • Verantwortung für andere bei Männern: 31,7%

  • Dadurch belastet: Frauen: 56,4% - Männer: 66,7%

  • Frauen berichten über erhöhten Stress u.a. hervorgebracht durch niedrigere Hierarchiestufen, emotional belastende Tätigkeiten, Zwang zur Behauptung in höheren Hierarchien, Doppelbelastung

  • Frauen neigen zur Suche nach verträglichem Umgang mit Stressfaktoren, Männer neigen dazu, die Ursachen zu beseitigen. Stresssymptome bei Männern sind eher lebensbedrohlich.

Publikationen

Auf der Internetseite der Bundeszentrale für politische Bildung wird unter der Überschrift "Warum macht Gender Mainstreaming Sinn?" das Projekt als ein Beispiel aufgefügt.

Zu unserem Projekt hat es mehrere Veröffentlichungen gegeben:

Michael Gümbel/Sonja Nielbock (2012): Die Last der Stereotype.
Geschlechterrollenbilder und psychische Belastungen im Betrieb.
Düsseldorf: Edition der Hans Böckler Stiftung 267. ISBN 978-3-86593-163-4. € 28,00.

Psychische Belastungen stehen auf der Tagesordnung, sowohl in den Betrieben und Dienststellen als auch in der Politik. Welche Rolle in diesem Zusammenhang das Geschlecht und die damit verbundenen Rollenanforderungen spielen, wird bisher wenig thematisiert. Die vorliegende Studie zeigt anhand von drei Fallstudien wesentliche Zusammenhänge zwischen Belastungen, Ressourcen und Geschlechterrollenbildern auf. Es werden Hinweise für die weitere Erforschung des Themenfeldes gegeben und Anregungen für die betriebliche Praxis gegeben.

Die letzte Ausgabe der Handlungshilfe für die betriebliche Praxis steht hier ebenfalls als Download zur Verfügung:

Arbeitsbedingungen beurteieln - geschlechtergerecht.
Gender Mainstreaming in der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen.
Überarbeitete 2. Auflage, Dezember 2013
Berlin: Hans Böckler Stiftung; ver.di Bundesverwaltung Bereich Genderpolitik.
Inhalte: Sujet GbR: Sonja Nielbock, Michael Gümbel, Redaktion: Heike Werner
DIN A 5, 72 Seiten