Arbeits- und Gesundheitsschutz

Indirekte Steuerung

Indirekte Steuerung

Pinnwandplakat zur Indirekten Steuerung Katrin Stelzer Plakatbild Indirekte Steuerung

Warum Krokodile gefährlicher sind als Pistolen

Zielstellung: Die Teilnehmenden verstehen das Prinzip der indirekten Steuerung, erkennen den Reiz und die Risiken für die Beschäftigten. Aus diesen Ergebnissen können nach der Station/Übung Ideen für eine Strategie der Interessenvertretung entwickelt werden.

Methode: Die Teilnehmenden lesen den Text und ergänzen die vorbereiteten Schaubilder mit weiteren Aussagen von Beschäftigten (weiße Karten). In einem nächsten Schritt werden die Risiken (gelbe Karten) und die positiven Aspekte für die Beschäftigten (grüne Karten) formuliert.

Dabei sollten die unterschiedlichen Arbeitszeitmodelle und Arbeitsformen (mehr Team, weniger Hierarchie) und welche Konsequenzen diese auf die innere Einstellung des/der Einzelnen, auf Verhaltensweisen, auf die Solidarität unter den KollegInnen und auf die Arbeit und die Rolle des Betriebs-/Personalrats haben, berücksichtigt werden.

Die Station kann im Rahmen weiterer Stationen zum Thema Leistung oder Gesundheitsschutz eingesetzt werden. Daher ist die Sammlung der Aussagen (Karten abnehmen und in vorbereitete Kartons legen) der jeweiligen Gruppe für die weitere Bearbeitung im Plenum wichtig.

Ebenso gut eignet sich die Station für Betriebsversammlungen, wo kleine Gruppen an dem Thema z.B. an Stellwänden arbeiten und dann die Ergebnisse zusammengetragen und im Plenum weiter diskutiert werden.

Die Thesen für die Plenumsdiskussion könnte heißen: Mehr Druck und mehr Entgrenzung durch mehr Freiheit! Indirekte Steuerung als interessierte Selbstausbeutung und damit auch Selbstgefährdung.

Mögliche Fragen dazu: Wie kommt es dazu? Welche Mechanismen wirken wie zusammen? Was passiert in den Köpfen der Belegschaft? Welche konkreten gesundheitlichen Risiken können auftreten bei den MitarbeiterInnen/ dem BR/PR?

Wie kann die Interessenvertretung die Beschäftigten sensibilisieren? Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Auswirkungen von indirekter Steuerung so gering wie möglich zu halten?

Material: Weiße, gelbe und grüne Karten, Stifte, vorbereitete Pinnwände, 3 Kartons für die beschrifteten Karten

Die Pinnwände sind so vorbereitet, dass die beiden Managementformen (Pistole und Krokodil) erkennbar sind. Außerdem sind Chefin, Beschäftigte und Interessenvertretung dargestellt.

Bei der „Pistole“ sagt die Chefin: „Erledigen Sie die Aufgabe X bis nächste Woche.“ „Sie müssen nächste Woche Überstunden machen.“ Die Beschäftigten: „Wir wollen nicht noch mehr arbeiten.“ „Die Chefin macht Stress.“ „Wie erfülle ich diesen Auftrag?“ Als Beschreibung: Verantwortung liegt beim Unternehmen. Arbeitgeber- und Arbeitnehmendeninteressen abgleichen. Interessenvertretung fungiert mit klarem Auftrag als Gegenmacht und für die Interessen der Beschäftigten.

Beim „Krokodil“ sagt die Chefin: „Du bist verantwortlich, dass wir alle überleben.“ „Macht, was ihr wollt, aber seid profitabel.“ „Sei autonom und entwickle deine eigenen Ideen.“ Die Beschäftigten: „Wie können wir am Markt überleben?“ „“Ich mache das jetzt noch fertig.“ „Wer behindert unsere Profitabilität?“ „Ich darf mir die Überforderung nicht anmerken lassen.“ Als Beschreibung: UnternehmerIn tritt zur Seite. „Selbstorganisierte“ betriebliche Einheit ist direkt mit dem Markt konfrontiert, Arbeitnehmende verinnerlichen unternehmerische Verantwortung und verdrängen eigene Interessen. Interessenvertretung erreicht Beschäftigte nicht mehr, da Interessen nicht mehr als klarer Auftrag formuliert sind.

Anm.: Diese Übung basiert auf einer Idee von Katrin Stelzer

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