Themen

Vereinbarkeit für Frauen und Männer

Chancengleichheit

Vereinbarkeit für Frauen und Männer

Das Thema Vereinbarkeit ist in aller Munde. Es hat eine sehr hohe Bedeutung für alle Beschäftigten mit Betreuungsaufgaben für Kinder oder Pflegebedürftige. Allerdings darf in diesem Zusammenhang nicht vergessen werden, dass auch Beschäftigte, die diese Betreuungsverantwortung nicht haben, dennoch ein Bedürfnis nach planbarer freier Zeit haben. Ohne diese wäre das ehrenamtliche Engagement in Vereinen und in den Gemeinden nicht denkbar. Hier eine passende Balance zwischen beruflichen Anforderungen, eigenen Interessen und den Bedürfnissen der zu Pflegenden zu finden, gleich oft einem Drahtseilakt.

Das Thema der Vereinbarkeit hat aus Sicht von ver.di viele Facetten. Dabei lassen sich fünf Kernbereiche des Arbeitslebens identifizieren, die eine herausragende Bedeutung für das Gelingen einer Work-Life-Balance haben. Dies sind Fragen der:

  • Arbeitszeit

    Die Verfügung über Arbeitszeit ist deshalb von zentraler Bedeutung, weil sie die Rolle eines Scharniers zwischen Erwerbsarbeit und Leben darstellt. Das bedeutet, dass die Regelung der Arbeitszeit bestimmend für die Frage ist, in welchem Verhältnis Erwerbsarbeit und Leben zueinanderstehen. Die zum Thema Arbeitszeit von ver.di vorzustellenden Aktivitäten beziehen sich hauptsächlich auf die Dauer der Wochenarbeitszeit, die Verteilung sowie deren Lage (bspw. Regelungen für Nachtarbeit).

    Arbeitszeit verkürzen

    Was die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit angeht, so lässt sich generell das Bestreben erkennen, eine Arbeitszeit von unter 40 Stunden pro Woche zu erhalten. Die gewerkschaftliche Forderung nach einer 35-Stunden-Woche ließ sich jedoch in den letzten Jahren immer weniger durchsetzten. Kollektive Arbeitszeitverkürzungen bilden zurzeit eher die Ausnahme. Wenn Arbeitszeit verkürzt wird, dann sind diese Maßnahmen in der Regel mit Lohnkürzungen verbunden.

    In diesem Kapitel werden daher u. a. tarifliche Regelungen vorgestellt, die – gemäß gewerkschaftlichen Forderungen – Arbeitszeitverkürzungen im Umfang einer 31-Stunden-Woche beinhalten. Allerdings sind auch diese Regelungen immer mit weniger Lohn verbunden.

    Flexible Arbeitszeiten gestalten

    In den letzten Jahren wurde verstärkt Arbeitszeit flexibilisiert. Diese Tendenz lässt sich auch in den Tarifverträgen und Betriebs-/Dienstvereinbarungen erkennen. Allgemein versucht ver.di in diesem Zusammenhang dafür zu sorgen, dass durch eine Flexibilisierung von Arbeitszeit keine Nachteile für die Beschäftigten entstehen. In der Flexibilisierung von Arbeitszeiten wird – trotz erheblicher Vorbehalte – auch die Möglichkeit für mehr Zeit-Souveränität gesehen.

    In diesem Zusammenhang versucht ver.di, die Vorteile, die sich aus der Flexibilisierung von Arbeitszeit ergeben, für die Beschäftigten nutzbar zu machen. In den Mittelpunkt gewerkschaftlicher Auseinandersetzung rücken dabei besonders zwei Systeme zur Regelung von Arbeitszeit: Vertrauensarbeitszeit und Arbeitszeitkonten.

    • Vertrauensarbeitszeit hält verstärkt Einzug in alle Betrieben und Einrichtungen. Dabei handelt es sich um den Verzicht auf eine Kontrolle der Arbeitszeit durch die Arbeitgeberin/ den Arbeitgeber. Das heißt, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit selbst überprüfen und zudem die Verantwortung für das Arbeitsergebnis übernehmen.

    • Eine zusätzliche Regulierung der nun selbst bestimmten Arbeitszeit kann darüber hinaus durch
      Wochenarbeitszeit, Jahresarbeitszeit oder Ampelprinzip geschehen. Es wird von gewerkschaftlicher Seite versucht, eine übermäßige Anhäufung von Minus- oder Plusstunden zu vermeiden.

    Unsoziale Zeiten einschränken

    Nachtarbeit sowie Sonntagsarbeit werden zunehmend auch in Branchen eingefordert, in denen dies bis lang unüblich war. So besteht bspw. durch die Neuregelung des Ladenschlusses die Möglichkeit, Nacht- und Sonntagsarbeit einzuführen. Hier tritt ver.di dafür ein, dass Sonntagsarbeit im Handel vermieden wird, und Nachtarbeit so weit wie möglich eingeschränkt wird. In diesen Fällen kommen einerseits tarifliche Regelungen und Betriebsvereinbarungen zum Tragen; andererseits jedoch auch Kampagnen und Allianzen gegen Sonntagsarbeit und die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten.

    Die Bestrebungen von ver.di beschränken sich hier dennoch nicht allein auf den Handel. Dieser kann vielmehr als ein Beispiel für das Bemühen von ver.di begriffen werden, eine Regulierung der Arbeitszeit im Sinne der Beschäftigten in allen Bereichen durchzusetzen.

    Arbeitszeit neu denken

    In diesem Zusammenhang erfolgt eine Auseinandersetzung mit Beschäftigungskonzepten, in denen Arbeitszeit flexibel über den gesamten Lebensverlauf verteilt werden kann. Im Zuge dieser Konzepte widmet sich ver.di auch der Frage nach einer neuen Gewichtung von Formen der Beschäftigung in einem fortgeschrittenen Lebensalter.

    Eine weitere Problematik besteht in der allgemeinen Sensibilisierung im Umgang mit Zeit. Die Beschäftigten sollen nicht nur über ihre Rechte im Umgang mit Arbeitszeit aufgeklärt werden. Sie sollen auch dazu befähigt werden Grenzen zu ziehen, wenn sie mit einer Ausweitung ihrer Arbeitszeit konfrontiert werden.

    Fazit

    Generell gilt beim Thema Arbeitszeit: Weniger ist mehr. Nach wie vor bemüht sich ver.di nicht nur darum, Arbeitszeit zu verringern, sondern zugleich auch den Umfang und die Lage von Schichtdienst so zu gestalten, dass weder eine Gesundheitsgefährdung für Beschäftigte auftritt, noch dass ihre persönliche Lebensgestaltung beeinträchtigt wird. Flexible Arbeitszeiten stellen nur dann einen Zugewinn dar, wenn mit ihnen nicht die völlige Entgrenzung von Arbeitszeit verbunden ist. Weiterhin gilt die umso besser.

  • Vereinbarkeit in allen Lebenslagen

    Die Vereinbarkeit von allen Lebensbereichen spielt eine zentrale Rolle, um die Handlungssouveränität aller Beschäftigten zu stärken. Dieses Handlungsfeld umfasst einerseits alle Fragen der Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie; geht aber zugleich darüber hinaus. Es geht auch um Öffnungszeiten, Zeit für kulturelles, soziales und politischen Engagement, sowie Freizeitaktivitäten.  

    Vereinbarkeit von Beruf und Familie

    Dennoch spielt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zunehmend größere Rolle. In diesem Zusammenhang ist Familie da, wo mehrere Menschen bewusst und für einen längeren Zeitraum Verantwortung füreinander übernehmen. In Bezug auf Maßnahmen, die sich vorrangig auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie beziehen, finden sich in Tarifverträgen häufig Regelungen, die an die gesetzlich garantierte Elternzeit anknüpfen: Elternzeit+. In Tarifverträgen werden sie zumeist als Familienzeiten definiert. Sie variieren in ihrer zeitlichen Ausprägung und in der Form der Nutzung. So kann die zusätzliche Zeit bspw. nur ein halbes Jahr, bei anderen Betrieben bis zu drei Jahren betragen. Die Familienzeit wird in einigen Verträgen auch in zwei Bereiche unterteilt: Zeit für Kinderbetreuung und Familienzeit für die Pflege. Allen Regelungen gemein ist, dass während der Inanspruchnahme in Form einer Freistellung vom Arbeitsplatz das Arbeitsverhältnis ruht. Dennoch wird versucht, die betriebliche Anbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Dabei handelt es sich vorrangig um Weiterbildungsangebote, Aushilfstätigkeit, Beteiligung an Betriebsausflügen, Veranstaltungen, etc. Neben tariflichen Regelungen sorgt ver.di für eine Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die Mitarbeit in lokalen Bündnissen für Familie.

    Flexibler arbeiten

    Zur besseren Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben kann auch die Telearbeit beitragen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, ihre Arbeitsaufträge auch in privaten Räumlichkeiten zu erledigen. In vielen Fällen handelt es sich um alternierende Telearbeit. Das bedeutet, dass die regelmäßige Arbeitszeit teilweise im Betrieb und teilweise zu Hause abgeleistet wird. Bei solchen Tarifverträgen geht es auch darum sicherzustellen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin an den Betrieb angebunden sind und ihre Mitbestimmungsrechte erhalten bleiben.

    Die Einführung von Telearbeit wird damit begründet, dass durch eine Verlagerung des Arbeitsplatzes in die häusliche Umgebung eine bessere Vereinbarkeit von beruflichen und privaten Interessen ermöglicht wird. Diese Form der Arbeit kann zu mehr Selbstverantwortung und Gestaltungsmöglichkeiten und damit zugleich zu einer höheren Zufriedenheit und Identifikation mit dem Unternehmen führen. Allerdings besteht hier jedoch die Gefahr einer Entgrenzung und Überlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

    Vereinbarkeit und Geschlecht

    Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Leben besitzt eine Geschlechterdimension. Vorrangig geht es darum, Geschlechtergerechtigkeit herzustellen und zu sichern. In diesem Zusammenhang beschäftigen sich beispielsweise einige Projekte mit der Thematik Männer und Vereinbarkeit. Im Hinblick auf die Geschlechterdimension werden auch die Auswirkungen eines möglichen Pflegezeitgesetzes auf das Geschlechterverhältnis thematisiert.

    Gestaltung des Lebensraums

    Um eine Vereinbarkeit von allen Lebensbereichen gewährleisten zu können, erscheint es sinnvoll, dass darüber nachgedacht wird, wie der Lebensraum von Menschen gestaltet werden soll. Ver.di greift mit dem Thema Sozialraumorientierung in der Kinder- und Jugendhilfe diesen Gedanken auf. Zudem wurde mit dem Projekt „Zeitfragen sind Streitfragen“ versucht, bedarfsgerechte Lösungen von Zeitproblemen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu finden.

  • Entwicklungschancen

    Bildung wird als ein wichtiges Element für ein erfülltes Arbeits- und Privatleben betrachtet. Sie muss daher allen zur Verfügung stehen. Dies kann jedoch nur dann gewährleistet werden, wenn alle dieselben Chancen haben, Bildung zu erwerben. Verschiedene Studien zeigen jedoch, dass die Chancen auf Bildungserwerb und damit die Möglichkeiten den angestrebten Bildungsabschluss tatsächlich zu erreichen – besonders in Deutschland – stark von der sozialen Herkunft des Kindes beeinflusst werden.

    Abkehr vom Leistungsgedanken

    Als ursächlich für dieses Problem wird besonders auf das in Deutschland existierende dreigliedrige Schulsystem – also die Unterteilung in Haupt-, Realschule und Gymnasium – angegeben. Aus der Einstufung und Unterteilung der Kinder nach reinen Leistungsaspekten ergeben sich zwei Hauptprobleme:

    Zum einen wird ein verschärfter Konkurrenzkampf zwischen den Kindern in Gang gesetzt, in dessen Verlauf die Bedürfnisse des Kindes gegenüber dem Leistungsgedanken in den Hintergrund treten.

    Zum anderen gewinnen soziale und finanzielle Unterschiede, mit denen ein Vorteil bzw. Nachteil für die Leistungsfähigkeit des Kindes Verbunden ist, übergebühr an Bedeutung.

    So stellt z. B. die Möglichkeit zusätzliche Bildung in Form von Nachhilfe einkaufen zu können, einen Vorteil dar – mangelnde Deutschkenntnisse aufgrund eines Migrationshintergrundes einen Nachteil. Ausschlaggeben ist für beide Fälle, dass Vor- wie Nachteile nicht durch das Bildungssystem aufgefangen werden, sondern dass Ungleichheit gefördert und verankert wird.

    Der Leistungsgedanke darf jedoch keine übergeordnete Rolle spielen. Vielmehr sollte der Mensch mit seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen. Er sollte die Möglichkeit erhalten, individuelle Potenziale voll ausschöpfen zu können. Dabei bildet das Konzept des lebenslangen Lernens einen Grundstein der Bildungspolitik von ver.di. Die Aktivitäten rund um das Thema Bildung beziehen sich dementsprechend – angefangen von frühkindlicher und schulischer Bildung bis hin zu beruflicher Weiterbildung – nicht auf einzelne Lebensabschnitte, sondern streben auch die Weiterbildung im Alter an.

    Bildung für alle

    Alle sollten gleich gute Bildungschancen haben. Durch eine individuelle Förderung von der Kindertagesstätte bis zur beruflichen Bildung können soziale Unterschiede gemindert werden.

    ver.di setzt sich z. B. für eine qualitative Kinderbetreuung und Ganztagsschulen jenseits einer bloßen Aufbewahrung ein. Zudem stellt auch die Unterstützung Jugendlicher angesichts der schwierigen Arbeitsmarktsituation und die Hilfe bei der Eingliederung in den Arbeitsmarkt ein zentrales Anliegen von ver.di dar. Die Stärkung der beruflichen Weiterbildung soll durch eine individuellere Betreuung und eine qualitative Verbesserung des Weiterbildungsangebotes vorangetrieben werden.

    Dazu gehört auch, dass Tarifverträge Regelungen zur Qualifizierung und zur Ausweitung der Möglichkeiten zu langfristigen Freistellungen aus Weiterbildungsgründen enthalten. Tarifpolitische Zielperspektiven zur Weiterbildung sind eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Handlungskonzepte.

  • Arbeitsplatzqualität

    Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Erwerbsleben und Privatleben hängt auch von den Arbeitsbedingungen ab. Das Privatleben kann durchaus davon beeinflusst werden, wenn die Arbeitsbedingungen als belastend empfunden werden. Ebenso können positive Faktoren am Arbeitsplatz auch dazu führen, dass die Frauen und Männer ihren Alltag entspannter wahrnehmen. Aus diesem Grund spielt der Aspekt „Arbeitsqualität“ zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen eine entscheidende Rolle. Unter Arbeitsqualität werden in diesem Kapitel u. a. alle Aktivitäten von ver.di zum Gesundheitsschutz aufgeführt. Abgesehen von dem Gesundheitsschutz werden auch Aktivitäten vorgestellt, die zur Verbesserung der Arbeitssituation beitragen. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Chancengleichheit von Frauen und Männern im Betrieb.

    Mehr Gesundheit in Tarifverträgen

    Innerhalb von ver.di wird vor allen Dingen der Gesundheitsschutz als wichtiges Instrument verstanden, um Arbeitsqualität sicher zu stellen. Bei den Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen im Bankengewerbe stehen dabei gesundheits- gefährdende bzw. belastende Arbeitsbedingungen im Vordergrund. Darüber hinaus stellt die Einführung von Leistungsprämien ein weiteres wichtiges Thema aus diesem Bereich dar. Es werden nicht nur die mit den Leistungsprämien verbundenen Chancen und Risiken dargelegt, sondern zugleich Grundsätze zur Leistungsdifferenzierung erarbeitet.

    Mehr Solidarität und Gerechtigkeit in der Gesundheitspolitik

    Neben tariflichen Regelungen zum Gesundheitsschutz thematisiert ver.di die politischen Entscheidungen in Bezug auf die Gesundheitspolitik. In diesem Fall weist ver.di allgemein auf die Auswirkungen von bestimmten politischen Entscheidungen, wie der Gesundheitsreform hin. In der Frage nach der Regelung der Krankenversicherung macht sich ver.di für eine Bürgerversicherung stark.

    Qualität von Arbeit

    Ebenfalls geht es in diesem Kapitel um die Entwicklung von Maßstäben für eine humane Arbeit. Die Fragen, wie viel Arbeit wert ist oder wie faire Arbeit konkret aussehen sollte, bilden einen weiteren Schwerpunkt dieses Kapitels. Dies gilt für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Discountern bis hin zur Personalentwicklung in Kommunen.

  • Existenzsicherung

    Arbeit darf nicht arm machen und muss zum Leben reichen. Ein erfülltes Leben ist leichter erreichbar, wenn man nicht am Rande des Existenzminimums leben muss. Deshalb muss für alle die Möglichkeit bestehen, durch Arbeit die eigene Existenz sichern zu können. Die Aktivitäten von ver.di zu diesem Bereich sind sehr vielfältig und beziehen sich auf unterschiedliche Interessengruppen und beziehen sich auf unterschiedliche Themenschwerpunkte.

    Genug Lohn zum Leben

    ver.di setzt sich für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns ein. Jede Frau und jeder Mann soll genug verdienen, um ein gutes Leben führen zu können. Ein gesetzlicher Mindestlohn könnte dazu beitragen, dass das Lohnniveau in einigen Branchen angehoben würde. Neben der Einführung eines Mindestlohns tritt ver.di zudem dafür ein, dass sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nicht durch geringfügige Beschäftigung ersetzt wird. Durch tarifpolitische Grundsätze für geringfügige Beschäftigung soll dafür gesorgt werden, dass dieser Bereich der Beschäftigung tarifvertraglich reguliert wird und dennoch eine Ausbreitung möglichst vermieden wird. Im Bereich der beruflichen Weiterbildung wird mittels eines Tarifvertrages versucht, Mindeststandard für Beschäftigte in der Weiterbildung zu sichern.

    Finanzielle Sicherheit im Alter

    Es ist nicht nur wichtig, dass Löhne zum Leben reichen, sondern auch die Rente nach Beendigung des Erwerbslebens. In den letzten Jahren ist es nicht mehr selbstverständlich, dass die aus Erwerbsarbeit gewonnenen Ansprüche zur Altersversorgung ein sorgenfreies bzw. existenzsicherndes Leben gewährleisten. Aus diesem Grund werden beispielsweise Fragen der zusätzlichen Altersversorgung in Tarifverträgen geregelt. Im Bereich Medien, Kunst und Druck wurde in diesem Zusammenhang ein Zukunftsfonds eingerichtet. Dieser soll eine bessere Altersversorgung gewährleisten.

    Einbezug von Selbstständigen in die sozialen Sicherungssysteme

    Bezüglich eines abgesicherten Beschäftigungsverhältnisses rückt in den letzten Jahren eine Beschäftigungsgruppe in den Vordergrund, die bisher nicht mit prekären Beschäftigungsverhältnissen in Verbindung gebracht wurden: Selbstständige. ver.di macht darauf aufmerksam, dass auch viele Selbstständige nicht ausreichend verdienen, um sich adäquat sozial abzusichern. Deshalb macht sich ver.di dafür stark, dass Selbstständige in die sozialen Sicherungssysteme integriert werden.