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Je besser die Arbeitsqualität, desto eher gelingt die Vereinbarkeit

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Je besser die Arbeitsqualität, desto eher gelingt die Vereinbarkeit

Der DGB-Index Gute Arbeit 2017 zum Schwerpunkt "Arbeit, Familie, private Interessen"
Vater Tochter Kind Familie Freizeit Radharani, ID #116126182, Shutterstock.com Gute Arbeit schafft mehr Zeit für die Familie oder: "Sonntags gehört Papi mir!"

Ute Brutzki, Bereichsleitung Genderpolitik in der ver.di Bundesverwaltung, begrüßt den aktuellen DGB-Index Gute Arbeit Report mit dem Themenschwerpunkt "Arbeit, Familie, private Interessen – wodurch die Vereinbarkeit behindert wird und wie sie zu fördern ist".

Am Mittwoch, den 15.11.2017, wurden in Berlin die Befragungsergebnisse des DGB-Index Gute Arbeit 2017 vorgestellt. Der Fokus liegt in diesem Jahr auf dem Thema „Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und privaten Interessen“. 

Knapp 5.000 zufällig ausgewählte Beschäftigte wurden umfassend zu ihren Arbeitsbedingungen und ihrer Vereinbarkeitssituation befragt. Dabei wird deutlich: Je besser die Arbeitsqualität, desto eher gelingt die Vereinbarkeit.

Emotional und psychisch belastende Arbeitsbedingungen, unsoziale Arbeitszeitlagen (nachts, am Wochenende) und überlange Arbeitszeiten beeinträchtigen dagegen das Zusammenspiel:

  • 41 Prozent aller Befragten sind häufig zu erschöpft, um sich noch um private oder familiäre Angelegenheiten zu kümmern
  • 27 Prozent haben häufig Schwierigkeiten, Arbeit und private Interessen zeitlich zu vereinbaren.

Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen zeigen sich vor allem, wenn der zeitliche Aufwand für Kinderbetreuung und Pflege betrachtet wird. Weibliche Beschäftigte leisten deutlich mehr Sorgearbeit als ihre männlichen Kollegen. Voraussetzung für dieses eher traditionelle Vereinbarkeitsmodell ist häufig eine Reduzierung der Arbeitszeit:

  • Etwa jede zweite Befragte arbeitet weniger als 35 Stunden pro Woche.
  • Fast drei Viertel aller teilzeitbeschäftigten Frauen geben an, ihre Arbeitszeit reduziert zu haben, um dadurch besser familiären Verpflichtungen nachkommen zu können.

Etwas überraschend: Beschäftigte, die von zu Hause arbeiten, berichten über eine schlechtere Vereinbarkeit von Arbeit und privaten Interessen, als diejenigen, die nicht von zu Hause arbeiten. Dass das Home Office in den Augen der Beschäftigten kein Selbstläufer für eine bessere Vereinbarkeit ist, zeigt sich auch daran, dass sich nur 22 Prozent der Befragten mehr Möglichkeiten wünschen, von zu Hause zu arbeiten.

Wesentlich stärker ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Begrenzung des Arbeitstags. Dies würde für 55 Prozent der Beschäftigten die Vereinbarkeitssituation verbessern.

Diese und viele weitere Befunde finden sich im Report DGB-Index Gute Arbeit 2017, der auf der Website des DGB als PDF bereitsteht.