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Genderranking deutscher Großstädte

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Genderranking deutscher Großstädte

Fazit: Nur eine Frauenquote kann Gendergerechtigkeit herstellen
Frauenquote Gleichstellung der Geschlechter Mann Frau dp@pic, #89924403, Fotolia.com Für die echte Gleichstellung von Mann und Frau!

Die Stadt Erlangen gewinnt das Genderranking deutscher Großstädte 2017 vor den klassischen Spitzenreiterinnen Trier und Frankfurt am Main. Das Schlusslicht bildet Mülheim an der Ruhr. Dies ist das Ergebnis des mittlerweile vierten Genderrankings deutscher Großstädte. (Quelle: Publikation in der Reihe böll.brief, Demokratiereform #3, 02.05.2017)

Das vierte Ranking innerhalb von knapp zehn Jahren, das 2017 die Politikwissenschaftler_innen Prof. Dr. Lars Holtkamp, Dr. Elke Wiechmann und Monya Buß von der Fernuniversität in Hagen im Auftrag der Heinrich-Böll-Stiftung erstellt haben, zeigt ein zwiespältiges Bild.

Der Frauenanteil an den Oberbürgermeister_innen ist stark eingebrochen – und hat sich damit auf weniger als die Hälfte reduziert:

  • von noch 17,7 Prozent in 2008
  • auf nunmehr 8,2 Prozent in 2017

Der Frauenanteil unter den Dezernent_innen ist dagegen als einzige politische Spitzenposition stark und kontinuierlich gestiegen:

  • von 18,5 Prozent in 2008
  • auf 29,1 Prozent in 2017

Das wissenschaftliche Team der Fernuniversität führt dies darauf zurück, dass hier die beruflichen Qualifikationen von Frauen eine größere Rolle spielen als bei der Besetzung rein politischer Ämter. Insgesamt gilt: Frauen sind gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil in den kommunalpolitischen Führungsämtern deutscher Großstädte auch 2017 unterrepräsentiert.

Ein noch stärker polarisiertes Bild ergibt sich, wenn man die Frauenanteile in den Stadträten nach Parteien aufschlüsselt. Spitzenreiter sind Bündnis 90/Die Grünen mit der Erfüllung ihrer 50-Prozent-Quote. Die einer Quote verpflichteten Parteien besetzen auch Fraktions- und Ausschussvorsitze deutlich stärker mit Frauen.

Wenn die Politik den Frauenanteil in Kommunalparlamenten und kommunalen Spitzenpositionen in vertretbarer Zeit erhöhen möchte, bleibt als Maßnahme nur die gesetzlich festgelegte, verbindliche Quote. Ute Brutzki, Bereichsleitung der Genderpolitik in ver.di, begrüßt diese Schlussfolgerung.

Auf der Website der Heinrich-Böll-Stiftung findet ihr die Studie mit Dossier und weiterführenden Texten.