Genderpolitik

Arbeitszeitverkürzung

Arbeitszeitverkürzung

Wandzeitung mit Begriffen zur Arbeitszeitverkürzung Heike Werner Arbeitszeitverkürzung

Zielstellung: Die Teilnehmenden erarbeiten, welche Rolle Arbeitszeitverkürzung für unsere Gesellschaft, Lebensqualität, Gesundheit und Arbeitsmarktpolitik bedeutet. Sie tragen aus ihrer Einschätzung heraus zusammen, welche Argumente sie mit Arbeitszeitverkürzung verbinden. Dazu werden verschiedene Lebensbereiche aufgegriffen, zu denen sie Stellung beziehen. 

Methoden: Die Teilnehmenden tragen zu einzelnen Aspekten Begriffe in eine Tabelle ein, die ihnen zu den einzelnen Zusammenhängen einfallen bzw. wenn sie in kleinen Gruppen arbeiten, die gemeinsamen Ergebnisse. Die 2 Wandzeitung á 4 Schwerpunkte werden dazu in Spalten und große Zeilen unterteilt. Bei der Beteiligung vieler Teilnehmenden bieten sich mehrere vorbereitete Wandzeitungen an.

Nach Ausfüllen der Spalten schneidet der/die Teilnehmer/-in bzw. die Gruppe die Reihe ab und legt sie in einen Korb oder befestigte sie an eine leere Wandzeitung, die an einem vorgegebenen Platz außerhalb der Station aufgestellt ist. Damit soll erreicht werden, dass neue StationsteilnehmerInnen sich nicht sofort an anderen Ergebnissen orientieren können, sondern zu eigenen Schlussfolgerungen gelangen.

Am Schluss sind dann alle Ergebnisse auf Wandzeitungen vereint.

Material:

  • Für die Ausgestaltung des Raumes werden benötigt:
  • Überschriften zu unten in der Tabelle vorgeschlagenen Bereichen
  • Zwei Pinnwände (mit je 4 Begriffen)
  • Wandzeitungspapier mit vorbereiteten Tabellen

  Arbeitszeitverkürzung bedeutet für:

…die Lohnpolitik …die
Beschäfti-gungspolitik
…die Gesundheit …die Vereinbarkeit von Beruf - Familie / Pflege/ Privatleben
       
       

 

…die
Fort- und Weiterbildung/ lebenslanges Lernen
Geschlechter-gerechtigkeit …die
persönlichen Gestaltungs-spielräume
…das Gemeinwesen, demokratische Beteiligung
       
       

  Beschreibung für Teilnehmende  

Das deutsche Lied vom Aufschwung  
Fünfunddreißig Stundenwochen
sind der Wirtschaft Untergang.
Darum lasst uns nicht mehr streiten.
Aufstehn, Deutsche, macht euch lang
Besser noch sind aber siebzig,
ziehet mit an diesem Strang.
Euch zu edler Tat begeistern,
euer ganzes Leben lang.
Läng´re Wochenarbeitszeiten
sind des Aufschwungs Unterpfand.
Danach lasst uns alle streben,
fünfzig Stunden für das Land
Blühe auf im Glanz der Dummheit,
blühe, deutscher Arbeitsmarkt.
Dafür lasst uns alles geben,
brüderlich zum Herzinfarkt.
Nehmt das Herz in beide Hände,
stört euch nicht an dem Verstand.
Optimal sind sechzig Stunden.
Steht nicht rum im Arbeitsamt
Fritz Eckenga

 

Arbeitszeitverlängerung ist kontraproduktiv

„Wir verfügen in Deutschland über ein materielles Wohlstandsniveau, das es in unserer Geschichte noch nie gegeben hat. Mit immer weniger Arbeitskraft und in immer kürzerer Zeit produzieren wir immer mehr. Es bedarf also keiner Arbeitszeitverlängerung, um das Wohlstandsniveau halten und die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfähig gestalten zu können. Strittig ist aber, wie die Arbeit und das Produkt der gemeinsamen Arbeit zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern, zwischen den Generationen und den Geschlechtern verteilt wird ...“

Helmut Spitzley

 40 Stunden plus X

„Die Hohepriester des ökonomischen Schwachverstandes sind unterwegs. Zurück zu Arbeitszeiten wie im 19. Jahrhundert, von dem sonst immer gesagt wird, es sei vor allem ein Lager von "Mottenkisten". Doch aus dem Mund von "Wirtschaftsweisen" wird selbst grober Unfug von manchen Medien noch ehrfürchtig als unverbrüchliche Wahrheit verbreitet. Als ob in den vergangenen 150 Jahren kein technischer Fortschritt, kein wirtschaftlicher und sozialer Wandel stattgefunden hätten! Als ob die Produktivität der Arbeit nicht vervielfacht worden wäre! Als ob nicht der menschliche Lebenszuschnitt eine Balance zwischen Arbeits- und arbeitsfreier Zeit erfordert, die schwer gestört würde, wenn auf einmal mit einem brutalen Sprung eine 40-Stunden-Woche als Regel vorgegeben wäre. Und sind nicht dank einer Politik der Arbeitszeitverkürzung seit der Wiederkehr struktureller Massenerwerbslosigkeit tatsächlich Hunderttausende von Jobs entstanden? 

Die Ökonomen waren schon einmal aufgeklärter als es der heutzutage in deutschen Landen herrschende wissenschaftliche Schwachverstand vermuten lässt. So schrieb ein unbekannter Verfasser im Jahr 1821: "Wahrhaft reich eine Nation, wenn statt 12 Stunden 6 gearbeitet werden. ...“ 

In der wirklichen kapitalistischen Gesellschaft ist es jedoch umgekehrt: Die Länge der Arbeitszeit gilt als das Maß des Reichtums. Je mehr Stunden im Jahr geschuftet wird, desto mehr Wert entsteht, desto reicher das Land. Das Land? Diejenigen, denen längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich abverlangt werden, haben bestenfalls plus-minus Null auf dem Konto und dafür weniger freie Zeit für Hobby, Kultur und Familie. Was sie in verlängerter Arbeitszeit mehr produzieren, kommt allein den Unternehmen als gesteigerter Gewinn zugute. Wird die zusätzliche Produktion nicht abgesetzt, werden Leute entlassen. Eine generelle Arbeitszeitverlängerung ist makroökonomisch das sicherste Mittel zur Steigerung der Erwerbslosigkeit ...“

Elmar Altvater

Stationsaufgabe:

Vor euch seht ihr zwei Pinnwände auf der verschiedene Lebensbereiche aufgelistet sind, die in Verbindung mit Arbeitszeitverkürzung stehen können. Tragt zusammen, welche Argumente ihr aus eurer Sicht mit Arbeitszeitverkürzung zum jeweiligen Lebensbereich verbindet. 

Bleibt dabei in den vorgegebenen Zeilen und beginnt jeweils in der untersten Zeile. Nachdem ihr fertig seit, schneidet eure Zeile ab und befestigt den Streifen an eine Wandzeitung mit gleichem Layout, die vor Raum …… steht. 

Dort sind dann die Ergebnisse aller Gruppen anzusehen.